Im Gleichtakt mit eurem
Hund?
Von Dr Attila Szkukalek (übersetzt von
Claudia Moser)
Als Sarah (Whitehead) mich fragte, ob ich einen Artikel für
ihren Newsletter über diese noch relativ neue Sportart
schreiben würde (und das mit einer nur zwei-wöchigen
Annahme-Frist) war meine erste Reaktion "Oh mein Gott"...
aber ich erholte mich schnell wieder;-)
Ich hatte erst vor 10 Monaten mit Dogdance begonnen, als
ich an einem ersten Wettkampf in Leicester teilnahm. Aus
diesem Grund habe ich auch noch keine sehr detaillierte
Ahnung über die Leistungen und Erfolge der Leute, welche
seit Jahren an der Entwicklung dieses Sportes beitragen.
Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, meine eigene
Geschichte zu erzählen um euch zu zeigen, wie es dazu kam,
dass ich nicht nur ein begeisterter Wettkämpfer sondern
auch Lehrer dieser schönen Sportart wurde. Natürlich auch
in der Hoffnung, dass euch meine Erfahrungen dazu
motivieren, selber zu üben und diesen Sport in eurem Club
einzuführen.
Für mich begann alles im Jahre 1996 als ich zur "Discover
Dogs Show" in London fuhr und dort Mary Ray's fantastische
Heelwork-Darbietung zur Musik von River Dance sah. Die
Atmosphäre beim Publikum war elektrisiert. Für fast alle
war dies etwas ganz neues, eine Kombination von Obedience,
artistischem Flair und über allem war offensichtlich, dass
ihr Hund es liebte! Ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch
keinen eigenen Hund, wusste aber in dem Moment, als ich
Mary's Hund zusah, dass ich später einmal diese Sportart
ausprobieren würde.
Es dauerte aber noch 2 weitere Jahre befor mein Hund (mein
erster Border Collie Fly) in mein Leben trat. Wir begannen
fast sofort mit einigen einfachen Tricks, Rolle, Drehungen,
Slalom, etc.
Ein Jahr später an einem Turid Rugaas Workshop überzeugte
mich Annie Clayton, an einem Wettkampf in Leicester
teilzunehmen, nachdem sie Fly's Repertoire gesehen hatte.
Wir starteten also in Leicester und zu meiner grossen
Überraschung gewannen wir die Novice Klasse. Fly genoss an
diesem Wettkampf sehr, nicht nur mein, sondern auch des
Publikums Mittelpunkt zu sein und wir sind nun beide diesem
wundervollen Hunde-Sport verfallen;-)
Ich begann damals auch, mich intensiver mit der Geschichte,
aber auch den Theorien, Regeln sowie mit der Choreographie
zu befassen. Und hier werde ich nun versuchen, kurz
zusammen zu fassen, wie alles begann...
Die organisierte Form von Obedience zu Musik begann
vermutlich parallel in Kanada und den UK.
In Kanada fand im Jahre 1991 auf der "Fido's Pacific
Canine" Show ein musikalischer Team Obedience Wettkampf
statt. Danach wurde die "Musical Canine Sports
International" durch Tina Martin gegründet um diesen neuen
Hunde-Sport zu fördern.
Hier in Grossbritannien war es John Gilbert, der im Jahr
1990 Mary Ray vorschlug, eine ihrer Obedience-Vorführung
mit Musik und ein paar Drehungen und Kreisen aufzupeppen.
Dies entpuppte sich als sehr populär und Mary's Heelwork to
Music (Fussarbeit zu Musik) Demonstrationen wurden zu den
aufregensten Darbietungen vieler Hunde-Veranstaltungen.
Passend zum Namen "Heelwork to Music" (HTM) arbeiteten die
Hunde an der Seite, vor oder zwischen den Beinen des
Menschen, indem sie entweder in die gleiche oder in die
entgegengesetzte Richtung schauten. Zusätzlich vollführten
sie passend zur Musik Drehungen, Kreise, Slalom durch die
Beine, Rollen und Sprünge.
1996 hatte Peter Lewis die Idee ein erstes HTM Turnier
durchzuführen. Dieser, jährlich durchgeführte Wettkampf in
Coventry wurde langsam immer grösser und entwickelte sich
zu einem Nationalen Wettkampf.
Dieses Jahr stieg nicht nur in der Anzahl Teilnehmer (50)
sondern auch der Standart der Tänze. Zusätzlich zu Coventry
oranisierte Kay Lawrence 2 Turniere in Leicester und dieses
Jahr sind noch weitere 4 Wettkämpfe in England geplant.
Kay hat die Initiative ergriffen (sowie sich jede Menge
Arbeit aufgebürdet), diesen Sport zu fördern und mit der
Hilfe einiger anderer Teams gründete sie die "Paws'n'Music
Association" im März 2000. Diese Organisation publiziert
einen vierteljährlichen Newsletter mit Resultaten,
Ausschreibungen, Training Tipps, Artikeln und organisiert
mehrere Turniere pro Jahr.
Kay und ihre Teams sind zudem für viele grosse
Demonstrationen zuständig, wie z.B. an der Crufts in
Birmingham. Weitere bekannte HTM teams welche Vorführungen
und Seminare geben, sind unter anderem: Donelda Guy, Anne
Northfield, Annie Clayton, sowie mehr und mehr
Neueinsteiger.
Im Februar dieses Jahres fand das erste Welt-Video-Turnier
statt, organisiert durch "World Canine Freestyle
Organisation" in den USA. Die britischen Teams waren sehr
erfolgreich: Kay Lawrence mit Tip gewann Advanced HTM,
Attila Szkukalek mit Fly gewann Intermediate Freestyle und
Donelda Guy mit Zee Zee gewann in der Klasse Advanced
Freestyle. Dazu kamen noch 3 weitere Platzierungen auf dem
2. und 3. Rang in 6 weiteren Klassen.
Als der Sport wuchs, wurden auch immer mehr neue und
fortgeschrittene Elemente, wie z.B. auf zwei Beinen gehen,
hüpfen oder drehen, diverse Elemente rückwärts, und viele
mehr. Zudem wurden eine Vielzahl dieser Elemente auch auf
Distanz ausgeführt.
Die Freestyle programme haben keine Einschränkungen und
geben dadurch Mensch und Hund mehr Freiheiten sich
auszudrücken als beim Heelwork to Music, bei welchem der
Hund weder springen noch sich weiter als 4 Fuss von seinem
Besitzer entfernen darf. Aufgrund der Schwierigkeiten beim
Bewerten dieser verschiedenen Stilrichtungen haben sich in
den USA zwei Kategorien (HTM und Canine Musical Freestyle)
entwickelt. In England entschied das Paws & Music
Kommitee, 4 Kategorien zu unterscheiden:
1. Heelwork to Music (HTM)
2. Freestyle Heelwork (FH)
3. Freestyle (FS) and
4. Dances with Dogs (DwD)
Die ersten drei Kategorien geben mehr und mehr Freiheit
bezüglich Bewegungen und Distanz des Hundes zum Menschen.
Bei Dances with Dogs sollen die Schritte und Bewegungen des
Menschens mehr passend zur Musik und tänzerisch sein als in
den ersten 3 Kategorien.
In jeder der 4 Kategorien werden in England 4 Klassen
unterschieden:
1. Starters
2. Novice
3. Intermediate
4. Advanced
Das Kommitee von Paws and Music hat es den Sportlern offen
gelassen, welche der Kategorien sich schlussendlich
durchsetzen werden.
Zum Schluss möchte ich noch ein paar Punkte zusammen
fassen, weshalb ich ein so grosser Fan von Dogdance (der
Name, welchen ich gerne verwende um alle Kategorien
abzudecken) bin.
- Anders als viele anderen Hundesportarten ist Dogdance
offen für alle Arten und Grössen der Hunde
- Alle die gerne Musik mögen und gerne tanzen, können mit
ihren Hunden Dogdance betreiben
- Dogdance ist eine Mischung aus Obedience, Agility, Tricks
und Zusammenarbeit von Mensch und Hund auf allen Leveln,
sicherlich ein Grund für seinen weltweiten Erfolg
- Da es auch Klassen wie 1 Mensch mit 2 Hunden, sowie 2
Menschen mit 2 Hunden gibt, können auch Teams Wettkämpfe
bestreiten
- Ein Grossteil der Dogdance-Hunde sind mit
Clicker-Training ausgebildet und da das Team und die
Motivation des Hundes mitbewertet werden, können keine
Trainingsmethoden basierend auf Druck und Zwang verwendet
werden, weil dies die Motivation der Hunde klar sichtbar
unterdrücken würde.
- Man kann Dogdance auch gut zu Hause im Wohnzimmer oder
Garten üben
- und ich muss selber sagen, es macht einfach süchtig;-)
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Copyright 2007 Happy Pets - Attila Szkukalek