Die Verwendung von Requisiten in Dogdance Vorführungen

Von Dr Attila Szkukalek (übersetzt von Ilona Szednyj)

In letzter Zeit gab ist in Internet Foren viele Diskussionen über die Verwendung von Requisiten. Diese Diskussionen veranlassten Attila, seine Gedanken wann, warum und wie Requisiten in Choreographien verwendet werden können nieder zu schreiben.
Requisiten können in vielen Zusammenhängen eingesetzt werden/haben themenabhängige Bedeutungen, und es finden sich in Wörterbüchern verschiedene relevante Definitionen:

  1. Ein Gegenstand, ausgenommen Kostüm und Bühnenbild, der auf der Bühne oder Leinwand während einer Vorführung erscheint.
  2. Jegliche beweglichen Gegenstände oder Objekte die bei einem Film oder Stück verwendet werden
  3. Theatralische Objekte
  4. Charakteristische Merkmale oder Besonderheiten, insbesondere solche die dem Besitzer dienen oder ihn näher beschreiben
Quelle: The American Heritage® Dictionary of Idioms by Christine Ammer. 
Copyright © 1997 by The Christine Ammer 1992 Trust. Published by Houghton Mifflin Company. 

  1. Allerdings gaben keine der oben genannten Definitionen Attila einen klaren Hinweis wann, warum und wie Requisiten in Dogdance Choreographien verwendet werden können, so hat er auch einen Blick auf die Definition des Kostüms geworfen:
ein bezeichnendes Outfit, inklusive Kleidungsstück, Accessoir, Frisur als besondere Charakteristik eines speziellen Landes, Zeit oder Menschen
  2. eine Ausstattung oder Verkleidung wie sie im Fasching, zu Halloween oder zu ähnlichen Gelegenheiten getragen wird
  3. Kleidung, die passend zu speziellen Anlässen oder Jahreszeiten getragen wird. 

Bewegliche Teile des Kostüms (z.B.; Hut, pelzige Schals um den Hals etc.) werden gelegentlich in Dogdance Choreographien verwendet um dem Hund bestimmte Bewegungen anzuzeigen oder diese zu verbessern und auch um Bewegungen des Hundeführers sichtbar zu machen; Attila entschied sich, die Bedeutungen der Requisiten und des Kostüms zu verbinden, um zu einer Freestyle Definition für Requisiten zu kommen.

Ein Objekt im Ring das zur Wahrnehmung, dem Verständnis und dem emotionalen Effekt des Themas, dem artistischen Ziel und der Choreographie beiträgt.
Basierend auf dieser Definition sollte die Verwendung der Requisiten folgenden Prinzipien folgen:

  1. Sie sollte ein integraler Bestandteil der gesamten Choreographie sein. Zum Beispiel, sollte eine Requisite nicht im Ring fallen gelassen werden und als “Abfall” liegen gelassen werden; sie sollte ein integraler Bestandteil der Szene, des Kostüms sein, sogar wenn sie nicht in Verwendung ist. Das Fallenlassen eines Objekts oder Teile des Kostüms im Ring zu Beginn der Choreographie, auch wenn der Hund dieses am Ende des Tanzes bringt oder es der Hundeführer einsammelt ist eine nicht korrekte Verwendung einer Requisite, außer das Objekt ist ein Teil der dargestellten Szene.

  2. Aufwertung des artistischen und emotionalen Wertes des Tanzes: die Verwendung der Requisite lockt einer Szene eine höhere Emotion heraus als es ohne Requisite der Fall wäre.

  3. Requisiten sollten in ähnlicher Weise wie im alltäglichen Leben verwendet werden. Wie auch immer, manche innovativen Verwendungen könnten aber größere Bedeutung haben als die ursprüngliche Verwendung; dies ist aber eher die Ausnahme als die Regel.
z.B: Die Verwendung eines Taktstockes in einem Marsch, sogar das Anzeigen einiger Bewegungen damit, würde Attila als richtige Verwendung betrachten. Die Verwedung des selben Taktstockes in einer Festsaal Tanz Choreographie hingegen ist keine korrekte Verwendung. Das Zeigen mit einem Schwert auf den Boden vor den Füßen des Hundes um ihn zu einer Verbeugung als Begrüßung oder Verabschiedung zu veranlassen ist keine richtige Verwendung eines Schwerts. Würde man das Schwert aber in Begrüßungsmanier schwenken und den Hund damit in eine Grußbewegung führen zB: das Stehen auf 2 Beinen, so wäre dies ein korrekter Einsatz einer Requisite.

  4. Zum Zeigen oder vermitteln einer Bewegung, welche der Hund ohne die Verwendung der Requisite nicht zeigen könnte; die Prinzipien 1,2 und 3 müssen ebenfalls zutreffen. 
z..B: Front Position, bei der Hund und Hundeführer in dieselbe Richtung blicken und beide vorwärts gehen. In diesem Fall, ist es essentiell, dass der Hund seine Aufmerksamkeit auf die Requisite richtet oder mit dieser exakt zur gewünschten Zeit interagiert, die Requisite aber zu anderen Zeiten des Tanzes ignoriert.
Die Diskussionen über die Verwendung von Requisiten in Choreographien entstand durch Hundeführer, die Requisiten als Targets oder Verstärker während der Vorführung verwendeten. Target Signale sollten keine Beunruhigung hervorrufen, solange die oben genannten Prinzipien berücksichtig werden.
Die Mehrheit der gezeigten Bewegungen werden vom Hund ausschliesslich mit Sichtzeichen oder durch Kombination von Hörzeichen und Sichtzeichen angedeutet hierbei kommen grösstenteils die Arme oder Hände des Hundeführers und zu einem kleineren Teil Körperteile des Hundeführers zum Einsatz.
Wie auch immer, aus Sicht des Trainings entstehen die technischen Schwierigkeiten durch: spezielle Targets (Requistie) < welche ein wichtigeres Zeichen als der Handtarget < als andere Körperteile < als Hörzeichen sind.
Gewöhnlich ist es am Schwersten, den Hund allein durch Hörzeichen bei Vorführungen zu kontrollieren.

Requisiten können auch als Belohnung eingesetzt werden, was eine große Besorgnis darstellt. In manchen Choreographien verwenden die Hundeführer Requisiten, die der Hund tragen oder holen soll. Bei derartigen Requisiten ist es wichtig, dass der Hund ausschließlich in gewünschten Teilen der Choreographie mit der Requisite interagiert und auf keinen Fall zu anderen Zeiten. Die Verwendung von derartigen Requisiten muss eindeutig sein. Die Richter könnten diese Art der Requisiten als Belohnung werten, sogar wenn der spezifische Hund die Interaktion mit der Requisite nicht als Belohnung empfindet. Völlig konträr, z.B.: wir kämpfen mit manchen Hunden um ihnen das Apportieren beizubringen, für andere hingegen stellt es eine Belohnung dar.

Zu guter Letzt, am meisten kontroves wird die Verwendung von Requisiten mit doppelter Absicht gesehen, einerseits um Bewegungen anzuzeigen und andererseits als Belohnung.
 
Ob eine bestimmte Requisite lediglich zur Unterstützung der Choreographie eingesetzt wird, oder ebenfalls als Signal, Belohnung /Trainingshilfe in der Vorführung, wird zu einem bestimmten Ausmaß immer subjektiv von der Sichtweise des Richters abhängen. Deshalb sollten die Hundeführer vorsichtig beim Einsatz von Requisiten sein. Requisiten können Choreographien aufwerten und signifikante Stellen markieren.
Wie auch immer, die inkorrekte Verwendung von Requisiten kann zu schlechteren Bewertungen, sowohl bei der technischen Schwierigkeit als auch beim artistischen Eindruck führen, und entsprechend den Regeln von manchen Organisatoren sogar zur Disqualifikation führen.

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